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Mein wunderschönes Ostfriesland - Martina´s Lieblingsreise, Mittwoch, 10.09. – Sonntag, 14.09.2025

Erster Tag: Anreise

Am frühen Morgen begann unsere Reise in Richtung Aurich. Die Route führte uns vorbei an Nürnberg, Würzburg, Frankfurt, Kassel, Bielefeld und Osnabrück. Während wir die abwechslungsreiche Landschaft vom Busfenster aus genossen, blieb genügend Zeit, um die Mitreisenden kennenzulernen und sich auf die kommenden Tage einzustimmen.

Bei unserer ersten längeren Pause erwartete meine Gäste ein reichhaltiges Frühstücksbuffet. In lockerer Atmosphäre kam man ins Gespräch und lernte die Mitreisenden kennen.

Um die lange Fahrt zu verkürzen, bekamen meine Gäste erste spannende Informationen über Ostfriesland – seine Geschichte, Kultur und Besonderheiten. Eine Überraschung für alle war ein Einbürgerungstest für Ostfriesland. Mit nicht ganz ernst gemeinten Fragen wurde das neue Wissen abgefragt. Trotz aller Bemühungen bestand leider niemand den Test, was für viel Gelächter und gute Stimmung sorgte.

Als kleinen Trost und willkommenen Genuss gab es für alle ein Gläschen des regionaltypischen Sanddorn-Likörs. Diese ostfriesische Spezialität sorgte für heitere Gesichter und einen gelungenen Einstieg in die regionale Kulinarik.

Am Nachmittag genossen wir ein gemütliches Kaffeetrinken direkt am Bus. Frisch gestärkt erreichten wir am Abend schließlich unser Ziel: das Sport Hotel Mittelpunkt in Aurich. Nach einer langen, aber sehr kurzweiligen Fahrt ließen wir den Abend ausklingen und freuten uns auf die kommenden Erlebnisse in Ostfriesland.

 

Zweiter Tag: Greetsiel - Pilsum - Nordseefrische und Ostfriesencharme

Nach einer erholsamen Nacht brachen wir voller Vorfreude in Richtung Greetsiel auf. Das malerische Fischerdorf an der deutschen Nordseeküste begrüßte uns mit seinen historischen Zwillingsmühlen, den charmanten Giebelhäusern und dem lebhaften Hafen, in dem Krabbenkutter schaukelten. Bei einem Spaziergang durch die engen Gassen konnten meine Gäste die liebevoll restaurierten Fassaden bestaunen und genossen die besondere Atmosphäre, die Greetsiel so einzigartig macht.

Anschließend führte uns die Route weiter nach Pilsum, wo der berühmte Otto-Leuchtturm schon von weitem in seinen rot-gelben Streifen erstrahlte. Der kleine Turm ist nicht nur ein Wahrzeichen Ostfrieslands, sondern wurde auch durch die Otto-Filme deutschlandweit bekannt. Während wir uns dem Deich näherten, lachte noch die Sonne – doch plötzlich zogen dunkle Wolken auf: Starker Regen und kräftiger Wind sorgte für eine echte Nordsee-Erfahrung!

Mit bunten Regencapes und viel guter Laune trotzten wir dem Wetter und genossen den kurzen Besuch am Leuchtturm, der mit seiner besonderen Architektur und Geschichte beeindruckt. Zurück im trockenen Bus erhielten die Gäste spannende Informationen rund um den Otto-Leuchtturm, das einzigartige UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer sowie über die Flora und Fauna der Salzwiesen.

Danach setzten wir unsere Fahrt fort und machten uns auf den Weg nach Emden. Der Ausstieg erfolgte direkt am Hafentor am Delft, wo wir herzlich von der besten Fischbude der Stadt empfangen wurden. Hier, am Eingang zum Hafen, konnten die Gäste zwischen friesischen Spezialitäten wie Matjes, Backfisch oder Hering wählen. Ein frisches Fischbrötchen sorgte dafür, dass alle gestärkt in das nächste Abenteuer starten konnten.

Gut gestärkt gingen wir gemeinsam an Bord eines kleinen Ausflugschiffes, um den Emdener Innenhafen zu erkunden. Die Fahrt führte vorbei an Werften, Autoverlade-Terminals und zahlreichen Lagerhallen, sodass wir die Stadt aus einer ganz neuen Perspektive erleben durften. Dabei erfuhren wir interessante Details über die Sehenswürdigkeiten der Stadt, darunter das berühmte Ottohaus, das dem bekannten Sohn der Stadt Otto Waalkes gewidmet ist. So wurde der Tag nicht nur kulinarisch, sondern auch kulturell bereichert. In vollen Zügen genossen wir das maritime Flair Emdens

Im Anschluss hatten die Gäste Zeit zur freien Verfügung. Viele nutzten die Gelegenheit für einen kleinen Bummel durch die Stadt, einen gemütlichen Tee in einem der traditionellen Emdener Cafés oder einen Abstecher ins Ottohaus. In dem liebevoll gestalteten Museum machten wir lustige Erinnerungsfotos und hatten jede Menge zu lachen – Otto Waalkes‘ Humor sorgte für beste Stimmung.

Nach dem unterhaltsamen Nachmittag machten wir uns auf den Rückweg ins Hotel, mit einem besonderen Zwischenstopp in Suurhusen. Der Ort ist berühmt für den schiefsten Turm der Welt: Der Kirchturm der evangelisch-reformierten Kirche von Suurhusen weist mit 5,19 Grad eine größere Neigung auf als der berühmte Turm von Pisa. Das Bauwerk aus dem 15. Jahrhundert steht auf feuchtem Boden, was zu seiner beeindruckenden Schieflage führte. Heute zählt der Turm zu den kuriosesten Sehenswürdigkeiten Ostfrieslands und ist sogar im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet.

Zurück im Hotel erwartete uns ein leckeres Abendessen, bei dem wir die Eindrücke des Tages Revue passieren ließen. In gemütlicher Runde ließen wir den Abend bei dem ein oder anderen Glas Moorgeist ausklingen – ein typischer ostfriesischer Kräuterlikör, der für gute Stimmung sorgte.

 

Dritter Tag: Entdeckungsreise nach Holland – Emstunnel, weite Horizonte und die Festung Bourtagne

Nach einer erholsamen Nacht und einem stärkenden Frühstück herrschte in der Gruppe gespannte Vorfreude: Heute ging es über die Grenze nach Holland!. Nur wenige Kilometer hinter Emden wartete schon das erste Highlight: die Unterquerung der Ems durch den beeindruckenden Emstunnel. Während wir unter dem Fluss hindurchfuhren, erfuhren wir, dass der fast einen Kilometer lange Tunnel 1989 eröffnet wurde, um die Verkehrsverbindung zwischen Ostfriesland und den Niederlanden zu verbessern. Ein faszinierendes Bauwerk, das die Region näher zusammenrücken ließt.

Wieder zurück im Tageslicht eröffnete sich uns die ostfriesische Weite in ihrer vollen Schönheit. Die Landschaft ist geprägt von endlosen Feldern, grünen Wiesen und schnurgeraden Kanälen, die wie silberne Bänder das Land durchziehen. Immer wieder tauchten kleine Warfendörfer mit rotgedeckten Häusern am Horizont auf, Windräder drehten sich gemächlich im Wind.

Schließlich erreichten wir unser Ziel: die Festung Bourtagne in den Niederlanden. Schon von Weitem beeindruckte das sternförmig angelegte Bollwerk, das einst als uneinnehmbare Verteidigungsanlage an der Grenze zwischen den Provinzen Groningen und Drenthe diente. Mit ihren Gräben, Wällen und historischen Gebäuden entführt die Festung ihre Besucher in eine andere Zeit. Nach dem Gruppenfoto am Eingang wurden wir in zwei Gruppen aufgeteilt und durften an einer besonderen Kostümführung teilnehmen.

Unsere Guides, stilecht in historischen Uniformen, führten uns durch das Labyrinth aus Bastionen, Zugbrücken und Kopfsteinpflastergassen. Unterwegs erfuhren wir spannende Geschichten über das Leben der Soldaten, über Belagerungen und das Alltagsleben in der Festung. Besonders beeindruckend waren die nachgestellten Szenen, bei denen die Besucher selbst kleine Aufgaben übernehmen durften – da blieb kein Auge trocken, und so mancher schlüpfte mit Begeisterung in die Rolle eines Festungsbewohners. Die Führung verflog wie im Nu.

Nach so viel Erlebtem tat eine Pause gut: Auf dem idyllischen Dorfplatz inmitten der Festung ließen wir uns nieder. Bei frisch gebrühtem Kaffee und süßem Gebäck genossen wir die entspannte Atmosphäre, beobachteten das bunte Treiben der anderen Besucher und ließen die historische Festungen auf uns wirken.

Gestärkt und voller neuer Eindrücke verabschiedeten wir uns von Bourtagne und setzten unsere Fahrt Richtung Leer fort.

In Leer angekommen durften wir mit unseren örtlichen Guides auf Entdeckungstour durch die Stadt gehen. Während des Rundgangs bestaunten wir zahlreiche Sehenswürdigkeiten, darunter das imposante Rathaus, die historischen Speicherhäuser am Hafen sowie die charmante Altstadt mit ihren liebevoll restaurierten Fassaden. Besonders sehenswert ist auch die St.-Michael-Kirche, deren Glockenturm die Silhouette der Stadt prägt, und das Haus Samson, ein prachtvolles Bürgerhaus, das von der reichen Handelsgeschichte Leers zeugt.

Den schönen Abschluss des etwa 1,5-stündigen Rundgangs bildete der Besuch in der Teestube am Hafen. Hier erwartete die Gäste ein besonders friesisches Erlebnis: eine traditionelle ostfriesische Teezeremonie mit „Buttenstutten“ und sehr leckerem Kuchen. Bei der traditionellenTeezeremonie wurde der Tee zunächst in einer Kanne aufgebrüht und in kleine Tassen eingeschenkt. Ein Stück Kluntje, der typische Kandiszucker, wurde in jede Tasse gelegt, bevor der Tee darüber gegossen wurde. Anschließend gab man einen Schuss Sahne hinzu, die sich wie eine kleine Wolke im Tee verteilte – ohne Umrühren! So entstanden drei Geschmacksrichtungen: zuerst die Sahne, dann der kräftige Tee und zum Schluss die Süße des Kluntje. Die Gäste genossen diese besondere Tradition und das gemütliche Ambiente, sodass der Ausflug nach Leer mit einem authentischen ostfriesischen Genuss endete.

Danach setzten wir unsere Reise fort und steuerten das Emssperrwerk an, ein beeindruckendes technisches Bauwerk, das zum Schutz vor Sturmfluten und zur Regulierung des Wasserstandes der Ems errichtet wurde. Das Sperrwerk besteht aus riesigen Toren, die bei Bedarf geschlossen werden können, um das Eindringen von Nordseewasser ins Landesinnere zu verhindern, um so die Städte und Dörfer entlang der Ems zu schützen. Es ist ein Paradebeispiel für moderne Ingenieurskunst und spielt eine zentrale Rolle im Hochwasserschutz der Region.

Nach einem kurzen Aufenthalt mit Erläuterung der Funktion des Sperrwerks, führte unsere Route entlang des Deiches wo wir den Ausblick auf die weite Landschaft und das ruhige Wasser genießen konnten. Die Fahrt ging weiter über Emden ins Hotel. Dort erwartete uns erneut ein köstliches Abendessen, in geselliger Runde ließen wir den Tag ausklingen und die Erlebnisse Revue passieren.

 

Vierter Tag: Norderney

Am vierten Tag starteten wir nach einem zeitigen Frühstück voller Vorfreude in Richtung Norddeich. Am Fährhafen angekommen, herrschte bereits geschäftiges Treiben: Die Inselfähren, die täglich zahlreiche Besucher und Einheimische zu den ostfriesischen Inseln bringen, prägten hier das Bild. Norddeich ist bekannt als bedeutender Küstenort und Tor zu den Inseln, mit seinem maritimen Flair, den kleinen Cafés und den weiten Deichlandschaften, die zum Verweilen einladen.

Heute stand ein besonderes Highlight unserer Reise auf dem Programm: der Besuch der Insel Norderney. Die Überfahrt mit der Fähre war ein Erlebnis für sich – begleitet vom frischen Wind und dem Duft von Salz und Seeluft genossen wir den Blick auf die Nordsee und das sanfte Schaukeln des Schiffes. Kaum hatten wir auf Norderney angelegt, wartete schon die beliebte „Bömmelbahn“, die uns zu einer spannenden Inselrundfahrt einlud.

Während der gemütlichen Fahrt lernten wir Norderney kennen, die Zweitgrößte der Ostfriesischen Inseln. Die Insel besticht durch ihre vielfältige Natur: endlose Sandstrände, weite Dünenlandschaften, und das typische Inselstädtchen. Ein besonderes Highlight war unser Zwischenstopp am Paradies Strand – hier nutzten wir die Gelegenheit, zahlreiche schöne Fotos zu machen und den beeindruckenden Anblick von feinem Sand, sanften Dünen und der endlos scheinenden Nordsee zu genießen. Das Licht und die frische Brise schufen eine ganz besondere Atmosphäre.

Anschließend fuhr uns die „Bömmelbahn“ weiter in die Stadt Norderney wo wir Zeit zur freien Verfügung hatten. Ob bei einem Spaziergang durch die lebendige Fußgängerzone, einem Besuch in einem der charmanten Cafés oder beim Flanieren entlang der Promenade – jeder konnte die Insel ganz nach eigenem Geschmack erleben. Leider hieß es am späten Nachmittag schon wieder Abschied nehmen: Wir traten die Rückfahrt zum Festland an, doch die Erinnerungen an diesen besonderen Tag auf Norderney werden sicher noch lange nachwirken.

Fünfter Tag: Heimreise

Am fünften Tag hieß es leider schon Abschied nehmen – der letzte Tag unserer Reise war angebrochen, doch er hielt noch einmal viele schöne Eindrücke und Erlebnisse für uns bereit. Die Heimreise stand bevor. Um die lange Fahrt etwas aufzulockern, durften die Gäste an einem unterhaltsamen Ostfriesland-Quiz teilnehmen. Wussten Sie zum Beispiel, wie viele Liter Tee ein Ostfriese durchschnittlich im Jahr trinkt? Nach der Auflösung der kniffligen Fragen gab es als Belohnung für alle einen köstlichen Sanddorngrappa, der die Stimmung noch einmal hob.

Fast am Ende unserer Rückfahrt wurden wir von einer plötzlichen Vollsperrung der Autobahn überrascht. Glücklicherweise konnten wir diese gut umfahren und so erreichten wir ohne große Verzögerung den Frankenhof in Himmelkron. Dort ließen wir unsere gemeinsame Reise bei einem letzten gemeinsamen Abendessen in gemütlicher Runde ausklingen. Fünf wunderschöne Tage gingen viel zu schnell vorbei, und mit glücklichen Gesichtern verabschiedeten sich meine Gäste – reich an Erinnerungen und neuen Freundschaften.

 

Foto_Grafs-Reisevergnuegen
Foto_Grafs-Reisevergnuegen_Am Delft Emden
Foto: Grafs-Reisevergnuegen-Delt Emden
Foto: Grafs-Reisevergnuegen_Otto Hus Emden
Foto_Grafs-Reisevergnuegen_Festung Bourtagne
Foto_Grafs-Reisevergngen_Bourtagne
Foto_Grafs-Reisevergnuegen_Hafen Leer
Foto_Grafs-Reisevergnuegen_Leer
Foto_Grafs-Reisevergnugen_Teestube am Hafen Leer
Foto_Grafs-Reisevergnuegen_Überfahrt nach Norderney
Foto_Grafs-Reisevergnuegen_Strand Norderney
Foto_Grafs-Reisevergnuegen_Norderney